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Interview Joachim Deutschland

Interview Joachim Deutschland

Heute trafen wir Joachim Deutschland zu seinem Tourauftakt im Sage. Dabei sprachen natürlich auch über seinen Song Marie und warum dieser Song mehr Segen als Fluch ist. Doch natürlich ging es nicht nur um diesen Song, aber lest am besten selbst.

Steffen: Erzähl doch mal zunächst was über dich, deine Band, wo kommst du her, was machst du für Musik?

Joachim Deutschland: Mein Name ist Joachim Deutschland und ich mache mit meiner Band Rockmusik mit deutschen Texten. Wir spielen als Trio Bass, Schlagzeug und Gitarre. Mein Bassist Sir Charles kommt aus Connecticut und am Schlagzeug spielt Kpakpo aus Ghana. Ich selber spiele Gitarre, singe und schreibe auch alle Texte.

Wie habt ihr euch denn kennengelernt?

Kpakpo habe ich 2005 kennengelernt als ich mit den Brothers Keepers unterwegs war, da war er am Schlagzeug. Dann bin ich nach Berlin gezogen und wir haben erst mal als akustisches Duo zusammen gespielt. Er am Schlagzeug und ich an der Gitarre; Sir Charles habe ich in der U-Bahn getroffen vor 7-8 Monaten.

Was ist denn der Antrieb für dich gewesen Musik zu machen?

Ich hab nie was anderes gemacht als Musik. Ich habe viele Sachen nebenbei gemacht, ich hab Basketball gespielt aber die Musik war das einzig Konstante in meinem Leben. Ich komme auch aus einer musikalischen Familie, mein Vater ist Komponist und Pianist, singt Opern meine Mutter ist Sängerin, Gospel, Jazz und so war dann die Musik natürlich auch im Blut. Sie ist sozusagen Allgegenwärtig.

Hast du irgendwelche Vorbilder an denen du dich orientierst?

An denen ich mich orientiere? Nein, ich orientiere mich nicht an meinen Vorbildern. Ich habe jetzt nicht das Bedürfnis jemanden nachzueifern oder jemanden zu kopieren. Ich habe meinen Weg gefunden Gitarre zu spielen und mir selbst treu zu sein. Natürlich habe ich meine Einflüsse, die man natürlich auch hört. Zum Beispiel Slash von den Guns n Roses ist ein Vorbild oder Jimmy Hendrix aber auch natürlich nicht Gitarristen, Oskar Petersen ein Jazzpianist, ist ein sehr großes Vorbild. Ich hab viele Vorbilder aus dem Jazz Bereich. Aber ich habe auch einige HipHop Elemente in meinen Texten, wenn man genau hinhört, dann kann man das auch hören. HipHop hat mich auch sehr geprägt und ich mag auch diese Attitüde und als ich in San Diego und Los Angeles gelebt habe, habe ich das auch mit gelebt.

Wie würdest du denn selber deine Musik beschreiben?

Ich würde dazu Amirock auf Deutsch sagen. Vielleicht auch Afro-Rock. Ich kann es selber nicht beschreiben. Labels wollen einen ja immer in Schubladen stecken. Deutschrock könnte man sagen, wobei wenn ich mir Songs anhöre die unter der Deutschrock Sparte gespielt werden, dann hört sich Joachim Deutschland nochmal komplett anders an. Deshalb will ich es nicht Deutschrock nennen. Ich habe praktisch mein eigenes Regal, bei WoM steht dann zum Beispiel „Rock“, „Pop“, „Joachim Deutschland“ lacht „Reggae“ und „HipHop“.

Allerdings entwickle ich keine neue Stilrichtung. Mein Ziel ist es schon, dass man meine Einflüsse auch heraushört. Man kann bei meinen Songs also schon sagen, aha der hat ACDC gehört; es ist jetzt nicht so das ich das ganze verstecke oder modern klingen will. Es ging mir immer darum meine Musik zu verwirklichen und meine Band steht da auch total hinter mir. Die neue Platte wird dann in irgendeinem Regal zu finden sein, aber in welchem das darf dann die Plattenfirma entscheiden.

Deine Tour hat ja heute im Sage begonnen, was können die Zuschauer von dir erwarten?

Ja die Tour hat heute mit einem Gongschlag im Sageclub Berlin begonnen. Es gibt neue Songs zu hören, denn diese werde ich bei der Tour testen. Aber natürlich wird es auch meine alten Songs zu hören geben. Aber im Großen und Ganzen geht es mir darum zu testen wie das Publikum auf verschiedene Bühnen auf verschiedene Songs reagiert.

Wenn du sagst du möchtest auch alte Stücke spielen, dann kommt man ja nicht um den Klassiker Marie herum.

Marie spiele ich schon seit 4 Jahren nicht mehr (Anm. d. Redaktion: Ironie).

Siehst du diesen Song als Fluch oder als Segen?

Guck mal ich habe ein Lied geschrieben, das in allen Köpfen drin ist. Und ich weiß nicht wie das passiert ist. Dieser Song ist in den Köpfen der Menschen drin, obwohl er sich nicht so gut verkauft hat. Es ist ein absoluter Segen dieser Song. Es gab zwar auch schon Situationen wo das ganze eher als Fluch zu sehen war. Da kam ich zum Beispiel auf die Bühne und da standen vor der Bühne Leute mit Deutschlandtrikots. Die riefen die ganze Zeit „Deutschland, Deutschland, Marie, Marie, Marie“ vom ersten bis zum letzten Song. Die drei waren mitunter so laut, dass ich mich selber auf der Bühne gar nicht gehört habe. Das war so der Fluch, aber jetzt würde ich schon sagen, dass dieser Song ein absoluter Segen ist. Ich kann nämlich ein Lied spielen, welches die Leute einfach glücklich macht.

Du hast ja auch ein Jahr lang in der U-Bahn als Straßenmusiker gespielt. Wie kam es zu dieser Aktion?

Mein früherer Bassist, der dieses Jahr verstorben ist, hat mich dazu gebracht. Das war so ein Typ, der heißt Gui, und das war so ein besonderer Charakter. Er war der einzige Musiker den ich kenne, der ein Lied covern konnte, das jeder kennt ohne das man es gehört hat. Man hat die Stücke nicht erkannt. Einmal hatte er auch was von mir gecovert und ich saß nur da und hab meinen Ohren nicht getraut. Er hatte einen eigenen Stil und war charakterlich einwandfrei. Der hätte alles für dich gemacht. Und wir haben zu zweit überall draußen gespielt egal ob am Hackeschen Markt oder sind von Café zu Café gegangen und haben gespielt. Und dann haben wir uns irgendwann gesagt lass uns doch mal in der U-Bahn spielen. Aber man konnte sich nicht so leicht mit ihm verabreden. Es ging nicht zu sagen, hey, lass uns um 10 Uhr an der U-Bahn treffen… Entweder der Typ kam um 6:30 Uhr oder erst um 12 Uhr. Es gab bei ihm keinen Mittelweg. Als wir früh unterwegs waren, da waren in der U-Bahn nur verschlafene Menschen und da verdient man natürlich keine Kohle. Und als er dann im Januar verstorben ist, habe ich halt weiter gemacht.

War das denn auch eine Aktion um neue Fans zu gewinnen?

Nein gar nicht, wir haben einfach in der U-Bahn gespielt um Kohle zu verdienen.

Was tust du denn um neue Fans zu gewinnen?

Ich Spiel Konzerte und versuche so neue Leute für mich zu gewinnen und meine alten Fans zu beglücken. Ich mache auch Videos, damit die Fans mich begleiten können und immer auf dem laufenden sind.

Kannst du dich noch an deinen ersten Song erinnern und was ist aus ihm geworden?

Der erste Song den ich geschrieben hab, der war auf Englisch und den hab ich im Jahr 2000 im College geschrieben. Da habe ich angefangen Songs zu schreiben, kurz nachdem ich gelernt hatte Gitarre zu spielen. Der hieß „I Love Pussy“ und den hab ich noch nicht veröffentlicht.

Wäre es eine Überlegung wert?

Natürlich, das wird der absolute Hit. Nein ich weiß es nicht, aber ich find ihn gut. Vielleicht mal irgendwo als B-Seite.

Du hast einen Wunsch frei, mit wem würdest du gerne zusammenspielen?

Mein Wunsch wäre es für einen Song Malcom Youngs Platz einzunehmen. Ein Song zusammen mit ACDC spielen, dann wäre ich der glücklichste Mensch auf der Welt.

Ich bedanke mich für das freundliche Gespräch und hoffe natürlich, dass du weiterhin viel Erfolg haben wirst und an die Erfolge früherer Tage anknüpfst.

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