Marrok – Aus den Kellern von Steyr kommt kein Lärm, sondern Haltung
Wer 2013 noch glaubt, dass relevanter Metal nur aus Metropolen kommt, hat Steyr noch nicht genau genug gehört. Zwischen Proberäumen, alten Industriehallen und kleinen Clubbühnen hat sich mit Marrok eine Band formiert, die nicht schreit, um gehört zu werden – sondern einfach spielt, weil sie muss.
Marrok sind keine Band für den schnellen Klick oder den nächsten Hype. Sie sind Teil des oberösterreichischen Undergrounds, dort, wo Musik noch aus Überzeugung entsteht und nicht aus Kalkül.
Kein Trend, kein Kompromiss
Was bei Marrok sofort auffällt: Hier wird nichts aufgesetzt. Kein künstliches Image, keine erzwungene Modernität. Der Sound ist schwer, dunkel und ehrlich, so wie man ihn von Bands erwartet, die ihre Wochenenden im Proberaum und nicht auf Social-Media-Workshops verbringen.
Gitarren, die drücken statt glänzen. Drums, die nicht beeindrucken wollen, sondern tragen. Und Songs, die sich Zeit nehmen, sich zu entfalten. Marrok spielen Metal, der atmet – manchmal langsam, manchmal mit voller Wucht, aber immer mit Substanz.
Sound aus dem Untergrund
Stilistisch bewegen sich Marrok irgendwo zwischen düsterem Modern Metal, Sludge-Anleihen und atmosphärischer Schwere. Genre-Schubladen interessieren hier niemanden. Wichtig ist die Stimmung – und die sitzt.
Die Songs wirken wie aus einem Guss, ohne glattgebügelt zu sein. Kleine Ecken, raue Kanten und eine spürbare Live-Energie machen den Sound greifbar. Man hört, dass diese Musik zuerst im Proberaum funktioniert haben muss, bevor sie irgendwo aufgenommen wurde.
Texte, die nicht erklären wollen
Auch textlich gehen Marrok bewusst einen anderen Weg. Keine Parolen, keine simplen Botschaften. Die Lyrics sind dunkel, offen und interpretierbar – eher Fragestellungen als Antworten. Es geht um innere Konflikte, um Druck, um das, was unter der Oberfläche liegt.
Das passt perfekt zum Gesamtbild der Band: Marrok liefern keine Bedienungsanleitung mit, sondern lassen Raum. Raum zum Hören, zum Nachdenken, zum Fühlen.
Live: direkt, roh, echt
Wer Marrok live erlebt, merkt schnell: Das hier ist keine Show, das ist ein Zustand. Keine großen Ansagen, keine künstliche Distanz – nur Band und Publikum in einem Raum. Laut, intensiv und nah.
Gerade in kleinen Clubs entfaltet sich diese Energie besonders stark. Die Songs wirken live oft noch schwerer, noch dichter. Es ist dieser Moment, in dem der Underground am besten funktioniert: Wenn niemand filmt, niemand posiert und einfach alle im gleichen Sound versinken.
Ein fester Bestandteil der oberösterreichischen Szene
2013 ist die Metalszene in Oberösterreich lebendig, aber überschaubar. Man kennt sich, man hilft sich, man teilt Bühnen. Marrok sind genau in diesem Umfeld gewachsen – nicht als Einzelkämpfer, sondern als Teil einer Gemeinschaft, die auf Qualität und Zusammenhalt setzt.
Sie sind keine Lautsprecher der Szene, aber ein solides Fundament. Eine Band, die bleibt, während andere kommen und gehen.
Untergrund mit Gewicht
Marrok aus Steyr sind keine Band für jeden – und genau das ist ihre Stärke. Sie stehen für einen Metal, der nicht gefallen muss, sondern ehrlich ist. Für einen Sound, der aus dem Untergrund kommt und dort auch verwurzelt bleibt.
2013 stehen Marrok noch am Anfang ihres Weges. Aber wer genau hinhört, merkt schnell: Hier geht es nicht um Aufmerksamkeit, sondern um Ausdruck. Und das ist im Underground immer noch die wichtigste Währung.
