EARTHLESS – „From The Ages“: Instrumentaler Heavy-Rock auf neuem Zenit (2013)
Rocker!!
Freut euch auf eine neue, lange erwartete Veröffentlichung aus dem renommierten Hause TEE PEE Records – einem Label, das spätestens seit der Entdeckung von Graveyard einen exzellenten Ruf in der Heavy-, Psychedelic- und Retro-Rock-Szene genießt. Auch Bands wie Witch oder Carousel stehen exemplarisch für den kompromisslosen Qualitätsanspruch des New Yorker Labels. Und genau dort erscheint nun endlich das neue Album einer der faszinierendsten Instrumentalbands unserer Zeit: EARTHLESS.
Über fünf Jahre Warten – und jede Minute lohnt sich
Mehr als ein halbes Jahrzehnt hat man auf einen echten Nachfolger zu „Rhythms from a Cosmic Sky“ warten müssen. 2013 ist es nun so weit: „From The Ages“ erblickt das Licht der Welt – und übertrifft locker sämtliche Erwartungen. Wer dachte, EARTHLESS könnten ihr ohnehin schon fast unerreichbares Niveau nicht mehr steigern, wird hier eines Besseren belehrt.
Das Trio aus San Diego serviert auf „From The Ages“ gerade einmal vier Songs, doch die haben es in sich: Über 70 Minuten Spielzeit rauschen die epischen Tracks ins Ziel und hinterlassen nichts als breit grinsende, begeisterte Gesichter. Weniger ist hier definitiv mehr – und Länge wird zur Qualität.
Jimi Hendrix trifft Black Sabbath trifft Krautrock
Musikalisch bleibt sich die Band treu und hebt ihren Sound dennoch auf ein neues Level. Jimi Hendrix trifft auf Black Sabbath, dazu eine ordentliche Portion Krautrock und japanisch angehauchten Heavy Blues Rock – ein hypnotischer, psychedelischer Strudel aus Riffs, Soli und Grooves.
Gitarrist Isaiah Mitchell spielt sich mit scheinbar müheloser Virtuosität in tranceartige Höhen, während Bass und Drums ein stoisch rollendes Fundament legen, das irgendwo zwischen Space-Jam und Doom-Ritual schwebt. Die Spielfreude ist dabei jederzeit greifbar: Jede Note sitzt, jedes Solo atmet, jeder Aufbau wirkt organisch und niemals konstruiert.
Instrumental-Epen ohne Gesang? Kein Problem.
Was EARTHLESS so außergewöhnlich macht, ist ihre Fähigkeit, komplett ohne Gesang auszukommen – und dabei zu keiner Sekunde langweilig zu werden. Im Gegenteil: Die Songs erzählen Geschichten, entwickeln Spannungsbögen und emotionale Höhepunkte, für die andere Bands drei Refrains und zwei Bridge-Parts brauchen würden.
„From The Ages“ ist kein Album für den schnellen Konsum. Es ist eine Reise. Eine Platte, die Zeit verlangt – und genau diese Zeit reichlich belohnt. Ideal für Kopfhörer, lange Nächte, Autofahrten oder einfach, um sich komplett im Sound zu verlieren.
Kritiker begeistert – Fans ohnehin
Dass EARTHLESS mit diesem Album einen Nerv treffen, zeigt auch das internationale Echo. Passend bringt es das Magazin San Diego Citybeat auf den Punkt:
„To describe EARTHLESS‘ music is a bit like describing a dream. In fact, there’s nothing altogether straightforward about the band’s sound except, well, that they fucking rock. Yeah, let’s go with that description: Fucking-rock.“
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Pflichtkauf für Heavy-, Psychedelic- und Stoner-Rock-Fans
Mit „From The Ages“ liefern EARTHLESS eines der stärksten Instrumental-Rock-Alben der letzten Jahre ab. Episch, hypnotisch, virtuos und voller Seele. Wer auf Bands wie Earthless, Colour Haze, Elder, Karma To Burn oder eben die frühen Black Sabbath steht, kommt an dieser Platte nicht vorbei.
TEE PEE Records beweist einmal mehr ein goldenes Händchen – und EARTHLESS zementieren ihren Status als eine der wichtigsten Heavy-Rock-Bands unserer Zeit.
2013 hat einen neuen Maßstab. Und der ist verdammt laut.
