SALÒ: „rotten.com“ leitet Album „Hardcore“ und Tour 2026 ein
Mit „rotten.com“ legt SALÒ die nächste Single aus seinem kommenden Album „Hardcore“ vor – und sie trifft wie ein kalter Bildschirmblitz mitten ins Gesicht. Der österreichische Musiker, der seit 2019 mit seinem kompromisslosen Mix aus Anarcho-Pop, Punk, Electroclash und Gesellschaftskritik die Indie-Bühnen im deutschsprachigen Raum aufmischt, beweist einmal mehr: Pop darf wehtun. Und er darf Fragen stellen, die man lieber wegscrollen würde.
„rotten.com“ – ein Song wie ein zu langer Blick
„rotten.com“ springt zwischen Kindheit, Internet und Gegenwart, zwischen fernen Kriegsgebieten und rot-weiß-roter Realität. Es ist ein schnurgerader Gang durch Gewaltbilder, Konsum und digitale Abstumpfung. Menschengemachte Grausamkeit in Großaufnahme auf dem Smartphone.
SALÒ singt: „Rot ist das Blut, weiß sind die Knochen“ – und plötzlich wird aus einer simplen Farbbeschreibung ein gesellschaftlicher Befund. Kinder sind „doch so lieb und brav“, während anderswo Körper zerfallen – erst im Internet, später vor dem eigenen Fenster.
Zeilen wie „Im Osten explodieren die Kinder, auf Zalando sind die Nike 90 grad im Sonderangebot“ wirken wie Schlagzeilen einer überreizten Timeline. Pop als Protokoll der Abstumpfung. Und die Frage, die bleibt: Wann wurde das alles so leicht erträglich?
„rotten.com“ ist nicht bloß ein Song, es ist ein Blick, der zu lange dauert. Ein bitterer, treibender Kommentar auf das leise Verrotten mitten im Alltag – tanzbar, zynisch, erschreckend präzise.
Album „Hardcore“ erscheint am 10. April 2026
Mit dem Album „Hardcore“, das am 10. April 2026 erscheint, liefert SALÒ eine Liturgie für verlorene Seelen mit Glitzer unterm Auge und schwächelndem WLAN. Neue Hymnen für kaputte Herzen, neue Looks für kaputte Körper.
Zwischen Punk, Electroclash und Kapitalismus-Therapie singt SALÒ von Liebe, Wut und Überforderung im Jetzt. Mit süffisantem Spott, bedingungsloser Selbstironie und radikaler Verletzlichkeit schafft er Musik für eine Generation, die alles weiß und trotzdem nichts fühlt – laut, widerspenstig, tanzbar.
Wer ihn seit Songs wie „Apollonia sitzt bei Edeka an der Kassa“ oder „Ich glaube nicht an Dinosaurier“ verfolgt, weiß: SALÒ ist längst Kult in der Wiener Indie-Szene. Doch mit „Hardcore“ wirkt es, als würde er sein eigenes Genre endgültig zerlegen.
Pop ist tot. Punk war nie zu fassen. Hardcore? Auch erledigt.
„Hardcore ist tot“-Tour 2026 – Eskalation mit Tiefgang
Ab dem 29. April 2026 startet SALÒ seine große „Hardcore ist tot“-Tour in Leipzig (Conne Island). Es folgen unter anderem Berlin (Festsaal Kreuzberg, hochverlegt), Hamburg (Uebel & Gefährlich), Köln (Kantine, hochverlegt), München (Strom, Zusatztermin) sowie Wien (WUK, zwei Termine).
Im Herbst geht es weiter mit Shows in Dresden, Rostock, Münster, Dortmund, Jena, Augsburg und vielen weiteren Städten in Deutschland und Österreich.
Ich habe SALÒ vor einiger Zeit live erlebt – und selten war ein Konzert so sehr Katharsis wie Performance. Das ist keine Show, das ist Eskalation mit Tiefgang. Zwischen Glam, Dreck und Synthesizer-Attacke entsteht ein Raum, in dem Überforderung plötzlich kollektiv tanzbar wird.
SALÒ tanzt auf den Trümmern von Männlichkeit, Moral und Mainstream.
Er macht Krach, der bleibt.
Und mit „rotten.com“ liefert er den Soundtrack für eine Welt, die wir längst nicht mehr ausblenden können.
