Als Newcomerband ein erstes Album in Eigenregie zu veröffentlichen, ist schon etwas Besonderes. Dann aber ein Album rauszubringen, das weniger nach einem Debüt klingt, sondern vielmehr nach dem mindestens zweitem, ist noch herausragender.
Szanaterria haben mit ihrer Mischung aus Heavy Metal, Rock und Alternativ-Musik mit düsterem und mystischem Touch eine Nische gefunden, die ihnen sehr gut zu Gesicht steht.
Die Berliner Band nimmt seine Hörerschaft im musikalischen Sinne, aber vor allem durch ihre Texte mit auf eine Reise.
So beginnt gleich der Opener „The Haunted“ mystisch. Er baut sich mit flüsternden Stimmen auf, die immer lauter werden, untermalt von Gitarrenklängen und Gewittergeräuschen. Auch weiterhin wird im Song das Bild des Gejagten unterstützt. Inhaltlich gesehen ist hier eine Person auf der Flucht vor Dämonen und anderen Kreaturen und rennt dabei über Straßen, durch Wälder und durch Matsch. Ähnlich, wie er begann, endet der Song auch wieder mit Gewittergeräuschen, dem Rauschen von Regen und leichtem, sanften Zupfen einer Gitarre.
Spätestens dann ist der Hörer in der von Szanaterria geschaffenen Fantasie- oder vielmehr Traumwelt angekommen. Denn es gelingt der Band hervorragend eine Illusion des Gejagten zu erschaffen, die sich auf den Hörer überträgt. Die Illusion, dass alles so real schien und am Schluss doch die Frage bleibt, ob das tatsächlich die Wirklichkeit war.
Bereits der Opener spiegelt wieder, was „A Spark Remains“ und auch die Band ausmacht.
Es ist u.a. die bereits angesprochene Mischung aus Heavy Metal, Rock und alternativer Musik.
Die Gitarren unterstützen und ergänzen die Lieder, aber der Heavy-Metal-Stil drängt sich nie auf. Nur in den zahlreichen Gitarrensoli rückt er für einen kurzen Augenblick in den Vordergrund.
Ohne ein großartiger Kenner des Heay-Metal-Genres zu sein wird schnell klar, dass die beiden Gitarristen ihre Instrumente gut beherrschen müssen.
Sängerin Cathrine ist in der Lage ihre Stimme sehr vielseitig einzusetzen und trägt damit erheblich zu den vielen Facetten auf „A Spark Remains“ bei. Passend zum Heavy Metal und zu der düsteren Grundstimmung vieler Songs kann sie eine bösere und rauere Stimmfarbe zum Vorschein bringen, aber wiederum durch hohe sowie klare Töne glänzen.
Zwar regt nicht jedes Lied die wie bei „The Haunted“ die Fantasie an, jedoch bleiben Szanaterria ihrem düsteren Stil mit vielen Metaphern treu.
Dabei bedienen sie sich eines weiten englischen Wortschatzes.
Die Themen, die sie behandeln, reichen von den üblichen von Liebe, Hass und Verzweiflung bis hin zu Krieg, Tod und Entführungen.
Die Songs „Redefine“ und „Crissie Wright“ weisen sogar u.a. durch ihre guten Hooklines Hitpotenzial auf und wirken ein Stück weit kommerzieller, als die restlichen auf dem Album.
„Crissie Wright“ beispielsweise wirkt in seiner Grundstimmung sehr fröhlich und besitzt einen sanften Refrain.
Dennoch müssen auch diese Songs nicht auf einen gewissen Heavy-Metal-Teil verzichten.
Mit „Cracking The Buttom (Reprise)“ findet sich am Ende des Albums eine Unplugged-Version des Songs, die ihn musikalisch völlig neu interpretiert. Besonders Klavier und Gesang tragen dazu bei. Die Stärken in der Stimme von Sängerin Cathrine sowie die der gesamten Musik kommen hier besonders gut zur Geltung. Diese Version zeigt auch, dass Szanaterria auch unplugged glänzen können und beweisen damit einmal mehr Vielseitigkeit.
Der Titelgeber „A Spark Remains“ ist ein rein instrumentales Stück. Auf dem Booklet befindet sich als kleiner Gag der Hinweis, dass bei der Produktion dieses Songs keine Wale verletzt wurden und tatsächlich ähneln hier die Gitarrenklänge dem Walgesang.
Bei meinen persönlichen Favoriten handelt es sich um „The Haunted“, „Redefine“ sowie „Adiccted Heart“. Letzterer schlägt im Refrain sanfte und fast schon zuckersüße Töne an und ist daher sehr gegensätzlich zu den Strophen. Dieser musikalische Gegensatz passt allerdings zu den Lyrics, da es um das Hin und Her in der Liebe zu einem Menschen geht.
Abgesehen von den ganz eigene Favoriten, die sicher schnell jeder für sich ausmachen kann, kann jeder einzelne Song hier und da durch einzelne Parts Zuspruch finden.
„A Spark Remains“ enthält von vorne bis hinten gut durchdachte Songs und wirkt daher in seinem Gesamtbild absolut harmonisch.
Das Artwork rundet dieses optisch noch einmal ab.
Das Cover ist ein Eye-Catcher. Es greift durch die Flammen den Albumtitel auf. Die Flammen und die Maske als Symbole zeigen bereits gestalterisch, was den Hörer erwartet: Songs mit Energie, Gefühl und einen Hauch vom Geheimnisvollem und der Mystik. Also lasst euch in Szanaterrias geheimnisvolle Welt entführen und mitreißen.
© Conny Hellmuth
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